Die Vorhersage von Bedürfnissen und deren Auswirkungen auf die Nachfrage von Kunden ist eine der wesentlichen Herausforderungen im Zeitalter der Digitalisierung. Ein Treiber dieser Vision sind neue Technologien und Methoden, die es ermöglichen große Datenmengen zu analysieren, aggregieren und visualisieren.

Das Forschungsprojekt Smart Travel der IPRI – International Performance Research Institute gGmbH und des Lehrstuhls für Wirtschaftsinformatik, insb. Prozesse und Systeme der Universität Potsdam bearbeitete die  Entwicklung eines Verfahrens zur Kapazitätsplanung und Rentabilitätsbetrachtung von Reiserouten im Fernbusmarkt. Besonders geeignet sind Routen, die kurzfristig einen Kapazitätsengpass am Markt darstellen. Auslöser dafür können reiseintensive Veranstaltungen wie z.B. Sportevents und Festivals sein. Die wesentliche Frage war, wie lassen sich diese Nachfrageanpassungen am Markt rechtzeitig ermitteln und wirtschaftlich bewerten?

Im ersten Schritt wurden Veranstaltungen kategorisiert, um die Zielgruppen genau zu spezifizieren. Mit diesen Profilen der Zielgruppe wurden Datenquellen im Internet untersucht, ob diese verwendbare Informationen über ihre Nutzer beinhalten, um diese einer Zielgruppe zuzuordnen. Als Ergebnis hat sich gezeigt, dass besonders soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter geeignete Daten über Ihre Nutzer erheben. Auf Grundlage der Ergebnisse wurde ein Strukturgleichungsmodell aufgestellt. Es beschreibt welche Nutzerprofile die Intension aufweisen an eine Veranstaltung teilzunehmen und den Fernbus als Verkehrsmittel zu nutzen. In einer prototypischen Anwendung wurden die Daten von Nutzern erhoben und ausgewertet. Das Ergebnis ist eine Vorhersage wie viele Nutzer an einer Veranstaltung teilnehmen und bereit sind den Fernbus für die An- und Abreise zu verwenden.

Parallel dazu wurde eine Methode für die Rentabilitätsberechnung entwickelt. Beide Verfahren wurden kombiniert, um die Wirtschaftlichkeit einer neuen Route im Fernbusmarkt zu bewerten.

Auskünfte zum Projekt erteilen Christian Glaschke (E-Mail: c.glaschke@lswi.de) und Goran Sejdic (E-Mail: GSejdic@ipri-institute.com)

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