Überblick über die MÜNCHNER KREIS Zukunftsstudie Phase VII 

Die neue Zukunftsstudie MÜNCHNER KREIS Phase VII stellt das Thema vernetzte, intelligente Mobilität in den Mittelpunkt. Im Vordergrund stehen dabei nicht jene, häufig in Studien diskutierte Themen wie die Auswirkungen der Digitalisierung auf etablierte Wertschöpfungsstrukturen oder die Frage, wer die zukünftige Schnittstelle zum Kunden besetzt. Vielmehr geht es um eine ganzheitliche Betrachtung der Mobilität, wie sie sich im Zuge der digitalen Transformation zukünftig darstellen wird. Denn die Digitalisierung verändert nicht nur etablierte Wertschöpfungsstrukturen oder führt zum vermehrten Auftreten von Plattformen; sie verändert auch die Anforderungen und Bedürfnisse, die Kunden zukünftig an Mobilität stellen. Vor diesem Hintergrund verfolgt die aktuelle Zukunftsstudie vielmehr das Ziel, das Thema zukünftige Mobilitätserfüllung 2025+ umfassend zu behandeln und zentrale Herausforderungen, die sich für unterschiedliche Akteure (v.a. Politik, Unternehmen, Nutzer) ergeben, herauszuarbeiten.

Das zentrale Ergebnis der vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie geförderten interdisziplinären Studie, an der insgesamt 17 Player aus der Mobilitätsindustrie, aber auch aus der IKT-Industrie mitwirkten, ist die Identifizierung und Analyse von neun kritischen Themenfeldern:

1) Anonymität in der Mobilität von Morgen ist eine Illusion!
Zukünftige Mobilität ohne Verwendung persönlicher Daten geht nicht; erforderlich ist die Schaffung wirksamer, einheitlicher Regeln für Europa! 

2) Offliner bleiben auf der Strecke
Der zukünftige Mobilitätszugang ist digital – um Offliner zu gewinnen, muss zum einen der Nutzen des digitalen Zugangs geschaffen und vermittelt werden; zum anderen sind robuste Zugangsschnittstellen zu entwickeln!
 
3) Feindliche Übernahme – Personen und Güter reisen zukünftig fremd!
Globale Plattformen verursachen eine radikale Veränderung der Wertschöpfung. Umso wichtiger wird es, offene und freie Marktplätze zu erhalten.
 
4) Das Infrastrukturverständnis von Gestern blockiert die Infrastrukturpolitik von Morgen!
Der Infrastrukturpolitik fehlt der ganzheitliche Ansatz! Dringend muss die Kompetenz für domänenübergreifende und beschleunigte infrastrukturpolitische Entscheidungen aufgebaut werden.
 
5) Raus aus dem Silodenken!
Das Denken in Entweder-/Oder-Kategorien schränkt die Mobilität ein. Potenziale einer flexiblen Verknüpfung aller Mobilitätsoptionen müssen geschaffen und ausgeschöpft werden.
 
6) Anbieter im Blindflug – Kennen sie ihre Kunden noch?
Klassische Mobilitätsanbieter sind zu langsam im Aufgreifen der Kundenbedürfnisse, so dass neue Mobilitätsökosysteme ohne sie gestaltet werden. Kundenzentrierung ist als Erfolgsfaktor in den Fokus zu stellen.
 
7) Mobilität ist mehr als Ankommen!
Der Zusatznutzen beeinflusst zunehmend die Wahl des Verkehrsmittels. Neue Qualitäten des Transports an sich; aber auch zusätzliche Angebote zur Gestaltung der Zeit unterwegs werden mitentscheidend und als Wettbewerbsvorteil nutzbar.
 
8)Virtuelle Mobilität substituiert physische Mobilität.
Es geht auch ohne physische Mobilität und es wird auch funktionieren. Virtuelle Mobilität in Arbeits- und Lebenswelt muss als echte Mobilitätsalternative begriffen werden. 

9) Bis zum Stillstand – Güter und Menschen stehen im Wettbewerb um Verkehrsraum!
Die Logistik treibt die zukünftigen Mobilitätsinnovationen. Personen- und Güterverkehr in der intelligenten Stadt müssen als Systemverbund verstanden und betrieben werden.  


Für alle neun Themenfelder werden auf der Basis einer mehrstufigen empirischen Untersuchung in der Studie zentrale Herausforderungen und Handlungsempfehlungen herausgearbeitet.

Download der Studie: https://www.muenchner-kreis.de/download/zukunftsstudie7.pdf