Im Sinne der Industrie 4.0 werden Unternehmen durch eine echtzeitfähige, intelligente und digitale Vernetzung von Menschen, Maschinen und Objekten dazu befähigt, den Wertschöpfungsprozess verstärkt an den individuellen Kundenanforderungen auszurichten und wirtschaftlich in der Losgröße 1 zu produzieren. Mit Blick auf die Implementierung der notwendigen Digitalisierungsinstrumente stehen viele Unternehmen vor der Frage, welche Voraussetzungen für die erfolgreiche Digitale Transformation erfüllt werden müssen.

Ganzheitliche Produktionssysteme (GPS) sind im industriellen Umfeld weit verbreitet und werden seit Einführung der VDI-Richtlinie 2870 im Jahr 2012 standardisiert in einer Vielzahl von Unternehmen etabliert. Das Lean Enterprise resultiert aus der Übertragung der GPS-Prinzipien auf weitere Unternehmensbereiche, wie die Produktentstehung oder den After Sales Service. Die ganzheitliche und prozessorientierte Gestaltung des gesamten Produktlebenszyklus ermöglicht es Unternehmen, beträchtliche Synergien zu erzielen. Ein Lean Enterprise umfasst zusätzlich ein konsistentes Zielsystem, das den multiplen Stakeholdern des Unternehmens gerecht wird, indem sowohl ökonomische, ökologische als auch soziale Aspekte Berücksichtigung finden. 

Während das Lean Enterprise Gestaltungsprinzipien für die Organisation von Unternehmen bereitstellt, zeichnen sich Industrie 4.0-Anwendungen in erster Linie durch ihren technischen Charakter aus. Die Konzepte Lean Enterprise und Industrie 4.0 sind daher nicht als konkurrierend zu betrachten. Die durchgängige Prozessorientierung des Lean Enterprise bildet vielmehr das Fundament für eine erfolgreiche Einführung von Industrie 4.0-Technologien. Eine erfolgsversprechende Digitalisierungsstrategie muss zudem den Faktor Mensch in geeigneter Weise berücksichtigen. Der Einzug von Industrie 4.0 ins Unternehmen kann nur gelingen, sofern eine hohe Akzeptanz der Mitarbeiter gegenüber den neuen Technologien erreicht wird und ein kontinuierlicher Wissensaufbau in der Anwendung dieser Technologien erfolgt.  

Was braucht es, um den Anforderungen im Zeitalter von Automatisierung und Digitalisierung gerecht zu werden? Eine klare Antwort darauf sind: Standards! Die zukünftige Arbeitswelt funktioniert nicht ohne die Anwendung dieser. GPS und MTM liefern diese Standards! 

Die Vernetzung von Menschen, Maschinen und Objekten soll zukünftig zum Management von schlanken Unternehmensprozessen und Wertschöpfungs-netzwerken beitragen. Um die Vision Wirklichkeit werden zu lassen, sind eine durchgängige Prozessorientierung sowie die ganzheitliche Einbeziehung der Menschen, der Organisation und der Technik die Voraussetzung für den Erfolg der Digitalen Transformation im Unternehmen. Ohne gemeinsame Standards wird sich ein produktives Zusammenspiel aller Einzelkomponenten als sehr umständlich und unübersichtlich erweisen. Oder, um es mit den Worten von Rod Michael (Directory of Customer E-Business, Rockwell Automation) auszudrücken:

„If you automate a mess, you get an automated mess.“ 

Das diesjährige 10. Braunschweiger Symposium für Ganzheitliche Produktionssysteme verfolgt die Zielsetzung, menschbezogene, organisatorische sowie technische Standards als Erfolgsfaktor der Digitalen Transformation im Lean Enterprise 4.0 zu diskutieren. Den Teilnehmern werden auf dem Symposium Erfahrungen aus erster Hand geboten und es besteht die Möglichkeit zu vertiefenden Diskussionen. Zudem können persönliche Kontakte gepflegt und neue geknüpft werden.  

Vertreter der Firmen Volkswagen AG, IBM Deutschland, MAN Truck & Bus AG und auch Hella GmbH zeigen ihren Weg zur Digitalen Transformation – und wie dabei der Mensch nicht außer Acht gelassen wird. Hier dürfen Sie nicht fehlen! Das vollständige Programm finden Sie hier (PDF Download).

>>>>>>Zur Anmeldung geht es direkt hier. 

Wir als Veranstalter – Institut für Fabrikbetriebslehre und Unternehmensforschung der TU Braunschweig, Deutsche MTM-Vereinigung e. V., VDI Braunschweig, IHK und Arbeitgeberverband Braunschweig –  freuen uns, Sie im September persönlich zu treffen.