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Eine Warenverteilung in Ballungsräumen mit einem durchgängig eingesetzten elektromobilen Fahrzeug ist im Hinblick auf die zurück zu legenden Fahrstrecken und die wegen der notwendigen Größe des Fahrzeugs vermehrte Staugefahr nicht effizient, weder für eine verantwortungsbewusste Nutzung der innerstädtischen Infrastruktur noch für die mit der Verteilung befassten Unternehmen. Als eine realisierbare und Ressourcen sparende Lösung bietet sich eine Aufteilung des Transportprozesses in eine Schwerpunktverteilung mit anschließender Feinverteilung der Waren an, die auch für die Retourenbewältigung geeignet ist. Während die Schwerpunktverteilung mit großräumigen elektromobilen Fahrzeugen im Punkt zu Punktverkehr erfolgen kann, ist die Feinverteilung mit Fahrzeugen mit geringer Raumkapazität durchzuführen.

Bislang hat es schon einige erfolgversprechende Beispiele in der Praxis gegeben. So wurde die Schwerpunktverteilung mit elektromobilbetriebenen Transportern bis zu fest stationierten Zwischenlagern realisiert, um danach die Waren mit Elektrolastenrädern an die Abnehmer auszuliefern. Dieses Modell auf andere Ballungsräume zu übertragen, stößt in vielen Städten auf das Problem der geringen Kapazität preiswerter Verkehrsflächen für die Einrichtung von Zwischenlagern als Miniverteilzentren.

Daher sollte eine grundsätzlich mobile Schwerpunktverteilung mit großräumigen elektromobil betriebenen Fahrzeuge wie Elektrotransporter, Elektrobussen, Straßenbahnen, S- oder U-Bahnen realisiert werden, die gleichzeitig als Zwischenlager und Umschlagspunkt dienen. Eine internetbasiert gesteuerte Feinverteilung übernimmt an flexiblen Haltepunkten (Haltestellen von Straßenbahnen, Parkbuchten, etc) die während des Transports zusammengestellten Warenbündelungen mit  E-Lastenrädern oder elektromobilen Minitransportern.

Vorteile dieses Lösungsansatzes liegen in dem Verzicht auf fest stationierte Miniverteilzentren, der Möglichkeit der Nutzung elektrifizierter Bahnstrecken und der größeren Flexibilität der Warenverteilung im Hinblick auf Erweiterbarkeit und Anpassung an infrastrukturelle Gegebenheiten.

Prof. Dr. habil. Claus C. Berg