ilv-logo-v2 bearbeitet

Transporte von Personen und Waren müssen nicht mit dem gleichen Verkehrsmittel von A nach B befördert werden. Was im Personenverkehr schon selbstverständlich ist, kann auch im Güterverkehr umgesetzt werden. Eine Ware kann zunächst mit der Bahn zu einem Verteilpunkt, dann mit einem elektromobilen Kraftfahrzeug oder mit einem als Pakettransporter umgestalteten Straßenbahnwagen zu unterschiedlichen variablen Haltepunkten und anschließend mit Elektrofahrzeugen (Elektrofahrrädern, Trolleys oder Minicars)  zum Abnehmer transportiert zu werden. Retouren werden auf die gleiche Weise  bewältigt. Dabei ist die wichtige zielorientierte Bündelung der Sendungen während der Fahrt spezifisch für das Verkehrsmittel der Anschlussfahrt vorzunehmen. Voraussetzung ist die Disposition von Waren und Verkehrsmittel über die informationstechnische  Steuerung.

Partitionierung der Transportwege und Warensendungen unter Nutzung der verfügbaren elektromobilen Verkehrsträger und Verkehrsmittel mit informationstechnischer Steuerung ist auch auf großen Distanzen effizienter, da sie eine bessere Auslastung der Transportkapazitäten sichert. Zumindest würde der immer noch hohe Anteil an Leerfahrten reduziert werden, die eine Verkehrsinfrastruktur nicht weniger belasten als ein voll beladenes Fahrzeug. Partitionierung der Verkehrsstrecken hat einen wesentlichen Vorteil sowohl in Ballungsräumen wie auf Fernstrecken. Sie gestattet „Punkt zu Punkt Verkehre“, die Möglichkeiten der Wiederaufladung von elektrischen Speichern ermöglichen.

Die Transportwirtschaft muss sich als Element eines digital vernetzten Systems verstehen, das auf Informationsplattformen Transportleistungen für beliebige Streckensegmente anbietet, die digital zu einer  Ressourcen schonenden und wirtschaftlich effizienten Gesamtleistung verknüpft werden. Bevor hier kein tiefgreifender Wandel in den Geschäftsmodellen der Transportwirtschaft stattfindet, werden die Bemühungen um nachhaltige Transporte und den Einsatz digitaler Informationsplattformen keine bessere Nutzung der Verkehrsinfrastruktur  zeitigen.

Ein kommunaler Masterplan zur Befreiung der Innenstädte von der steigenden Umweltbelastung sollte in einem ersten Schritt auf die konsequente Elektrifizierung der Wirtschaftsverkehre setzen. Damit rücken die gewerblichen Personenverkehre privater wie öffentlicher Unternehmen ebenso ins Blickfeld wie die Warenlieferungen gewerblicher Dienstleister der Warenwirtschaft. Mit anderen Worten: Warenlieferungen müssen auch mit Elektrobussen und Trambahnen der üblichen Personenbeförderung erfolgen können. Mit der Partitionierung der Lieferstrecken im Ballungsraum in Beförderung mit der Pakettram und anschließender Auslieferung mit einem elektromobilen Minicar oder Elektrofahrrad ab einem flexiblen Haltepunkt ließe sich eine Richtung weisende Entwicklung einleiten.

 Prof. Dr. Claus C. Berg